Irgendwie bin ich (wie immer) kritisch eingestellt, wenn ich ein Heidengeld für ein Rockkonzert ausgebe und mich dann mit der finnischen Genügsamkeit zufriedengeben muss. Gestern hab ich mich zu einem Konzert von Steve Lukather, dem ehem. Gitarristen von Toto, geschleppt – Fieber, drillende Kopfschmerzen und Hustenattacken machen es nicht gerade zum Genuss, aber wir mussten einen bald verfallenden Gutschein verbraten und die Karten waren schon vor einer Ewigkeit besorgt. Ort des Geschehens: Helsinki Kulttuuritalo. Ich hab dort die tiefsten 50er Jahre vermutet und wurde auch nicht enttäuscht… Finnen, es gibt auch Pinsel, Farbe und andere Renovierungsgegenstände,damit man nicht immer diesen Kaurismäki-Charmé verbreiten muss.
Mein Finne: “keine Schtimmung”, wie er so gern mal sagt. Es wird auch nix geboten, lediglich abgewetzte Tische und Stühle und eine Bartheke. Auch ansonsten der Eindruck der Aula einer DDR-Schule. Wir haben davor in einer ganz netten, originallen griechischen Taverna gespeist, wo die Bedienung wie junge griechische Götter aussieht
Das Konzert war ganz nett, doch ich wunderte mich immer, wieso man weder Text noch zwischenzeitliche Kommentare von Steve versteht. Als wir beim Encore schon rausgeeilt sind, meckerte ein alter Finne “scheussliche Akustik, man konnte kein Basso hören!”. Also lag ich mit meinem Laienwissen nicht so falsch. Es ist zu klein, die Musik prallt an die Trägerbalken ab und kommt wie aus dem Topf in die Ohrgänge weiter. In der Mitte stand die “rockende Meute”. Das sieht hierzulande so aus, dass sie erst klatschen und toben, wenn die Musiker sie dazu animieren, ansonsten stehen sie wie in der Kirche bei einer Predigt und bestaunen das Geschehen mit Bedacht.
Fazit: Keine Schtimmung
Nächster Angriff – teuere Karten für Eric Clapton in der Hartwall Arena im Sommer.