Die nächste Erkältung will und will sich nicht verabschieden. Ich weiss nicht wieviele waren es diesen Winter. Ist es der blöden Kombigrippeimpfung zu vedanken? An sich hab ich die Impfung immer gut vertragen (lediglich lokale Irritation, das war’s). Die Schweinegrippeimpfung hab ich letztes Jahr nicht machen lassen. Dennoch war die Impfung dieses Jahr merkwürdig: die Krankenschwester haute mir die Nadel ganz oben in den Schulterknochen (?!), so dass sich selbst die Ärztin das nicht erklären konnte. Seitdem hab ich starke immer wiederkehrende Schulterschmerzen, die bis in den Nacken ausstrahlen und keiner will ein Wort drüber verlieren, woher das kommt…
Gestern hab ich dann doch schon die Form erreicht, meinen Shiatsumassagentermin wahrzunehmen. Meine Therapeutin ist ein Engel. Es ist ein kleines Stübchen, wo Shiatsu, Rückenmassage, Reflexzonenmassage, Yoga usw. angeboten werden. Natürlich kostet es, aber es ist den Preis wert. Und mit dem finnischen Wohlfahrtsstaat, der angeblich alles “umsonst” an Versorgung anbietet, hab ich längst sowas abgeschrieben. Denn es ist mehr Schein als Sein, aber das weiss fast jeder. Die Therapeutin hat soviel Wissen über Alternative Methoden, chinesische Medizin uvm., die man hierzulande selten findet. Finnen schwören da eher auf Ibuprofen, Finnrexinpulverchen und nicht selten Antibiotikakuren. Ich hab mit meinem Arzt gut getroffen, da er nicht so gern sofort mit Antibiotika anrückt. Mein Mann hatte jedoch zwei Hammerkuren beim unerklärlichen Husten, bevor jegliche Diagnose stand, was ihm eigentlich fehlt (die Diagnose wurde auch nie gestellt). Dann hab ich mir endlich wegen der Schmerzen Physiotherapie gegönnt. Ebenfalls sehr kompetent, etwas “robuster” als die deutsche Massagepraxis, aber ohne Unsinn wie Kopf einrenken, das ich ausdrücklich untersagt habe (wird nämlich hier noch gemacht). Nachteil: vom öffentlichen Gesundheitssystem bekommt man in Finnland als Patient keine Physiotherapie. Die Beratung beschränkt sich auf die Aushändigung einer Broschüre. Privat zahlt man 60 Euro pro Sitzung, von der man vom Gesundheitssystem 10 Euro Zuschuss bekommt (Ersttermin, der noch etwas teuerer ist, ausgenommen). Dazu gehört sowohl die Behandlung als auch ein indiv. Übungsplan mit Anweisung. In der Regel verschreibt der Arzt 5 Sitzungen. Demnach: Rückenschmerzen in Finnland muss man sich leisten können. Bekommt aber dafür relativ gute Leistung. Die privaten Praxen sind modern, man bekommt schnell einen Termin (was man sich in jeglichem öff. Gesundheitszentrum abschminken kann), es wird individuell beraten. Ein Manko: viele anerkannte Methoden werden nicht praktiziert, z.B. die Dorn Therapie – da rücken die Finnen eher mit Kraft statt sanfter Wirbeleinrenkung zu Leibe.
Jetzt versuche ich mich weiter zu erholen und was für meine Diplomarbeit tun.