Leicht manipulierbar

29 09 2010

Gestern belagerte die Nachricht jegliche Medien, dass das finnische Verkehrministerium wegen „Umweltschutz“ die Tempolimits zu senken plant: innenstädtisch – wer weiss, Autobahn (wenn man die paar Wege Ost-West und Süd-Nord Autobahn nennen kann) – von 120 km/h (im Winter 100 km/h) auf 80 km/h. Pata-tai-pata-tai-pata-tai… Nun ja, auf den Ringen um die Hauptstadt, die eh auf 80 km/h beschränkt sind, geht es neulich wegen der chaotischen Baustellen eh nicht schneller als 20 km/h, aber die Autobahn ist relativ gut befahrbar, natürlich mit Obacht gegen die Tiere, also macht 120 km/h schon Sinn und das deutsche Rasen ist mir schon fremd geworden. Aber 80 km/h mit der Begründung: so und soviel CO2 wäre gespart und Leute wären durch die langsame Fahrerei (die natürlich bei Tempoüberschreiten gehaltsgebunden saftig bestraft wird) genervt und würden auf Bahn umsteigen.

Ja! Sofort! Morgen mach ich das mit meiner 62 km Anfahrt zur Arbeit, ich fahre Bahn – nur legt mir erstmal die Gleise dahin!!! Ok, unter dem Umweltmantel die Massnahme zu verstecken ist schon schön und gut. Aber es offen zu sagen, dass die Menschen damit nur manipuliert wären, so und so zu handeln, ist ein Schlag ins Gesicht. Nicht der erste jedoch. Noch besser: solche Nachricht kommentieren noch die meisten – lebensfremden – und sagen es sei gut! Dieses Land ist nicht vergleichbar mit dicht bevölkerten Ländern. Hier gibt es nun mal Jobs (zumal für Akademiker) NUR in der Hauptstadtregion. Sollen sich jetzt alle wegen der Schikanen und Infrastruktur, die ganz zügig hinter dem sog. „Wolfsring“ (Grossraum Helsinki) endet arbeitslos melden? Und wohnen in der Hauptstadt: traurige Standards, salzige Preise.

Nun nachmittags hat es sich herausgestellt, dass das ganze nur von einem Angestellten durchgesieckert ist und die Ministerin sich von dem Vorschlag distanziert.

Aber irgendeine „Strafe“ wird man den Autofahrern schon ausdenken. Immerhin ist es noch „Luxus“, in einem Land, in dem man ausserhalb der einigen grösseren Städten nur dürftig mobil ist ohne Auto. Mein Umweltbeitragvorschlag: die unsinnigen Steuern zu senken und normalverdienenen zu ermöglichen, moderne, umweltfreundliche Autos zu fahren, wie in anderen Ländern auch, nicht die ölbrennende Klapperkisten, die leider noch viel zu viel hier die Strassen belagern.

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One response

17 11 2010
suse

*anschliess* Fin ist supermodern und will überall Vorreiter sein, aber die Autos sind der letzte Schrott… und die Immobilienpreise entsprechend, weil man eben nur schlecht pendeln kann.

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