Und nochmal Konzerte: Sting and the Royal Philharmonic Orchestra

11 09 2010

Gestern war es soweit: Sting and the Royal Philharmonic Orchestra in Helsinki (Hartwall Arena). Irgendwie hatte ich das letzte Konzert von Sting in Helsinki nicht so gut in Erinnerung: er dudelte alles runter, das Juni Wetter (2001?) war schrecklich, alle waren ganz nass (und Regenschirme an der Pforte abgegeben), keine Zugabe.

Aber gestern war er ganz anders drauf: immer zwischendurch gab es kurze, witzige Kommentare, die Auswahl der Songs in der jetztigen Tour erste Sahne und von der Orchesterbegleitung brauche ich erst nicht zu schwärmen. Beim ersten Song (If I ever lose my faith in you) war seine Stimme noch recht wackelig, aber dann folgte volle Kraft und man hörte kaum Unterschied zu den CD Aufnahmen. Besonders kribbelig war „Moon over Bourbon Street“. Schauderhaft und musikalisch mit allem versehen, Orchester, Solos, a Capella! DAS sind richtige Klassiker. Roxanne, das ich nicht so gern mag, war „klassisch“ viel sanfter als die normale Version. Sehr schön!  Am Anfang bei Englishman in New York gingen plötzlich alle Werbeneons an! Argh, wer hat sich an den Schalter angelehnt? Es daaauerte, bis es einer meldete und das Licht nur die Bühne hüllte. Stimmung war… nun ja, wie beim finnischen Publikum. Du denkst, Du bist alleine da drin. Leute lauschen, pssst. Zwei Blondies ein paar Reihen vor uns sind irgendwann aufgestanden, gingen auf die Treppe und fingen an zu tanzen. Es hat nicht 2 Sekunden gedauert, bis sie von der Sicherheit wieder an den Platz verwiesen wurden. Tja, wir sind hier in einem Rockkonzert. 😀 Sting forderte dann irgendwann alle auf, aufzustehen und put your hands in the air. Ob er das mit den Sicherheitskräften abgesprochen hat?! Genial fand ich auch das Duett mit der Backgroundsängerin Jo Lawry (Whenever I say your name).  Kannte ich so gar nicht. This cowboy song war dann wieder fetzig und wären wir nicht im introvertierten Norden, könnte man dabei abtanzen… 😀 Und konkurrenzlos Every Breath you take und Fragile.

Unsere Plätze (halbwegs teuer, so um die 75 Euro pro Ticket) waren ziemlich weit aber schräg zur Bühne und somit ganz gute auch wenn weite Sicht: man musste nicht immer den Kopf verdrehen oder ganz oben die schlechte Luft schnuppern (hab jetzt einen Gangsitz reserviert, um auf Nummer sicher zu gehen, nicht von dem Atem des Nachbarn betrunken zu werden – so erging mir nämlich schon bei The Eagles und Eric Clapton, bäh). Komfort und Ausstattungsstandard der Hartwall Arena der finnischen Hauptstadt lässt schon lange zu wünschen übrig (Service inklusive, Barkräfte könnten mal zur Schulung auf Oktoberfest 😀 ). Unbequeme abgenutzte Stühle, wippende Reihen und herausragende Befestigung unter meinem Fuss (irgendeine Verankerung) – bei der Standing Ovation Trampelaktion vor dem Encore – hatte man den Eindruck, dass alles gleich zusammenkracht. Ich sehe gerade: die Arena ist erst 1996 gebaut worden?! Und eher an die 70er Jahre anmutend… oh ne. Aber die Akustik ist ok, bzw. hab schon lange nix zum Vergleich gehabt. Ein Konzert irgendwo anders wäre auch mal nett 🙂 Nochmal U2…. soifz!

Als nächstes kommt im November im Finlandia Talo Manhattan Transfer dran. Haben noch einen Gutschein, der aufgebraucht werden muss – Männe darf sich dafür was wünschen und wollte eben dahin. Mein Fall ist es ehrlich gesagt nicht…

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Gestern in Helsinki: U2 360 Tour

21 08 2010

Irgendwie waren wir total geknickt, als wir im Vorverkauf einige Monate zuvor nur noch irgendwelche scheussliche 30 Euro Tickets für das U2 Konzert bekommen haben… doch dann gehört, bei 360 gibt es keine schlechten Plätze. Und ob‘ sstimmt! Ich hab wohl noch nie im Konzert die Band klarer und näher gesehen, als für die 30 Kröten jetzt (jetzt die Red Zone für 250 Euro (für den guten Zweck, lt. Presse) hätt mich schon gereizt, mmmmh! Wir waren in dem schräg gelegenen Bereich hinter dem „Spaceship“ und Bono lief sooooo oft vorbei. Auch dann als es (leider) zu Ende war, war der Ausgang für die Band ganz nah bei uns und sie kamen noch in unsere Richtung, verabschiedeten sich, hach!

Der Sound -Spitze! Jahre und Jahre sind es her und es ist immer noch ein Erlebnis. Unverkennbarer Sound. Das zweite Konzert heute ist wohl regnerisch, und wir hatten Kaiserswetter, Sonnenuntergang knapp vor 21:30 Uhr (noch!) und leider einige technische Probleme mit dem Bildschirm, die aber behoben wurden.

Bono war ganz schön schmeichelhaft für die Finnen (und das mögen sie!) : schätzte die Nation, „die als einzige nordische Nation Irland nie überfallen hat“.

http://www.youtube.com/watch?v=nEwvnSDlMjo

Nun ja, sie treten wohl weder in Schweden noch in Norwegen auf. In Dänemark (oh, hatten ja schon), da mussten sie sich was anderes einfallen lassen.

Jedenfalls, meine gestrige Gänsehaut ist immer noch dran 😀

Nach dem Konzert haben wir wieder die mehrfach ausgezeichnete Helsinki Infrastruktur (Transport) zu spüren bekommen: Metro macht dicht um 23:30, im Vorort geparktes Auto ganz umständlich zu erreichen, Wartezeit auf den nächsten Langstreckenbus bis 1:15, um 2 Uhr am Auto angelangt, um knapp vor drei zuhause gewesen. Aber schön war’s!





Wieso rennt die Zeit so…?

8 06 2009

Dank einem lieben Stubser wurde ich daran erinnert, dass ich einen Blog habe… Halbes Jahr ist es her? Ich weiss nicht, woran es liegt. Vielleicht weil ich ohnehin schon den ganzen (Arbeits-)tag vor der Kiste verbringe, oder anderswo im Netz rumschwirre und tüchtig meinen Senf abgebe… Passiert ist ja viel, es war kkkkkalt, es waren elendlang Schneeklumpen hierzulande, es war dann immer noch furchtbar winterlich, dann kam der „Frühling“ (also es taut) und dann sofort der Sommer. Ende Mai gab es ein traumhaftes Wochenende und seither dann wieder kkkkalt.

Ich war zweimal in Deutschland, zu Ostern und dann nochmal an einem Brückentag im Mai. Vermeintlich lange Aufenthalte enden dann immer mit dem Kater, dass die Zeit doch viel zu kurz ist um alle zu Besuchen, dies und jenes tun und in den Koffer passen auch nur 20 kg. Das war echt problematisch, da wir noch für unsere Renovierung jegliche Dinge in Deutschland vorbestellt haben, aber die Post ist ja so traumhaft günstig. Nun hat alles seinen Platz gefunden.

Beruflich ist es auch stabil, mein Aufgabenkreis rotiert um die typischen Benutzerfreundlichkeitpromo, aber neulich auch um graphische Planung der Software, Zeichnen und Typographie, ein Traum!

Ach so, kkkalt war ja nicht die ganze Zeit, denn wir waren im Februar auf Curacao. Traumhaft, so eine interessante Insel. Kleinholland in der perfekten Landschaft. Mein flickr müsste dringend mit Bildern gefüttert werden. Sommerurlaub wird eher mager sein (zeitlich gesehen), so typisch Finnisch, wir werden zuhause sitzen und hoffen, dass es wärmer wird als 4 Grad (aber sicher nicht 4-5 Wochen am Stück wie üblich. Wir sparen den Urlaub auf aufregendere Pläne!). Einen Abstecher für nicht ganz eine Woche machen wir nach Wien und Umgebung – eine liebe Freundin und  einige Verwandte zu besuchen – 2004 haben wir mehr von Österreich erkundet und es ist eine Wonne! Danach ruft noch unser Haus und der Garten nach Änderungen, aber das macht total Spass. Gerade habe ich mein Blumenbeet erneuert und bin dabei einen Steingarten anzulegen. Silberschmieden wurde im Frühjahr sehr aktiv betrieben und einige neue Modelle sind entstanden. Dazu baldigst mehr.





Wieeee lange ist es her?

17 12 2008

Ach so, ich hab zuletzt im August geschrieben. Ne, ist klar. Na gut, jetzt hab ich stressfreie Vorweihnachtszeit, weil ich mit einer Monsterantibiotikakur zuhause flach liege. Also eine kurze Zusammenfassung:

– Im September war wieder Reisen angesagt. Alljährlich in die Heimat. Eeeeigentlicht sollte ich weiter nach Polen fliegen (wohl nach einem Jahrzehnt in die „Heimat“stadt wieder) zu einem Gymnasiumjubileumstreffen, aber der Wi(t)zAir Flieger wurde einfach abgesagt. Momentan kämpfe ich noch um eine entsprechende Entschädigung. Es geht rund auf dem Billigfliegerhimmel. Wären bloss alle so zuverlässig wie die gute Air Berlin! Anfang September kam auch meine liebe Freundin Annette mit ihrem Freund, wie jedes Jahr, zu Besuch. Nächstes Jahr ist auch schon geplant, im Mai 🙂 Der Besuch meiner Mama in Finnland ist wieder ins Wasser gefallen, oder besser gesagt das gebuchte Ticket. Ihre Gesundheit lässt es einfach nicht zu 😦

– Oktober ist der Monat, in dem ich dann wieder Kurzreisen mit zwei meiner finnischen Freundinnen unternehme. Diesmal war es Berlin (letztes Jahr Köln), da so gut mit Air Berlin zu erreichen. Wir haben früher eine ähnliche leitende Funktion in der (Gott-sei-dank-ex)Firma gehabt und seitdem verbinden uns unsichtbare Fesseln, immer etwas schönes zu unternehmen. Passend haben wir zu Berlin Festival of Lights geschafft, Night of Shopping (noch besser), einer ausgiebigen Runde Besichtigung (Hightlight DDR Museum! Es ist genial), und haben sogar in der Unsichtbar gegessen. Es war eine Erfahrung für sich! Es hat prima geklappt. Die Bedienung war flotter und geschickter, als finnische Bedienung es im Hellen je schafft und die Portionen könnten kleiner sein, denn man isst und isst und hab das Gefühl, das Essen wächst auf dem Teller. Nicht zuletzt, dass die genialen Menüs vier Gänge beinhalten. Mit meiner Veggie lag ich ausser Käse im Salat und Schoko mit Obst im Nachtisch vollkommen falsch, was es ist. Schon erstaunlich wie man die Sinne schärfen kann.

Im November gab es mehr Reise“stress“: meine spanische Freundin hat ihren Finnen in Barcelona geheiratet. Es war eine wunderbare Feier im Freien und eine Multikultiidee ohne dämliche Spielchen, die die Spanier anscheinend bei Hochzeiten nicht so gern haben. Mit der Sprachbarierre würde es keinen Sinn machen. Aber es gab einige interessante Programmpunkte und gerade die Finnen waren darin aktiv, etwas vorzutragen oder vorzusingen/-spielen. Der Bräutigam hat eine Wahnsinnsrede in beiden Sprachen geschmissen, lebt selbst seit 2005 dort. Meine Freundin hat natürlich als rassige Spanierin supertoll in ihrem Kleid ausgesehen. Danach reichte noch etwas Zeit für einen kurzen Besuch im Menschenleeren Sitges, wo wir übernachtet haben (das Fest fand auf einem Landgut in Vilanova i Geltru) und später auch beim echten Novemberwetter (das allerdings ein Eckchen besser und heller war als Finland) ebenfalls in Barcelona. In der kurzen Zeit hab ich geschafft, zweimal Pimientos del Padrón (mit Öl und grobem Meersalz) zu verspreisen. Ohne die kann ich nicht leben.

Dann kam ja mein Geburtstag, das wir normalerweise zur Zweit feiern, denn Finnen haben es nicht so mit Geburtstagen. Eher Namenstagen. Ich hab mich an den Kulturschock gewagt und in unserem kleinen Team in der neuen Firma doch schon Kuchen angeboten. Sie hiessen so einen leckeren Kulturschock auch willkommen. Kein Problem also!

Das Ende des Monats November wurde dann vom Tod meines Schwiegervaters überschattet. Alles ging sehr schnell, auch wenn es nicht unerwartet bei der jahrelangen Herzkrankheit geschehen ist. Auch hier konnte ich wieder von einigen Kulturunterschieden lernen, wie es abgehalten ist und wie – meiner Meinunng nach – Finnen tapfer mit dem Thema Tod umgehen. Vielleicht nicht alle, aber mehrere Beispiele haben es schon bestätigt.

Dezember ist kein Weihnachtsstress. Ehrlich gesagt, bin ich froh, wenn’s vorbei ist. Denn diese Zeit ist die dukleste Zeit. Eine Ladung Schnee kam Ende November (50 cm) und ist dann auch wieder weg. Das macht es miserabel. Erst recht im Hauptstadtgebiet. Wie mein Mann treffend am 27.12. immer aufschreit – „Jetzt kommt Frühling“ und an seinem Geburtstag im Februar „Jetzt kommt Sommer“ – dennoch Frühling in meiner Verständnis kommt nicht vor Mai – Mitte Mai hier!!! Aber zumindest kommt LICHT und das ist auch gut. Blah, Winter. Alljährlich besuchten wir natürlich Deutschland zur Adventszeit (ein kurzer Besuch mit finnischen Freunden in Köln und dann Familie und Freunde in Hagen). Etwas von der Atmosphäre möcht ich doch nicht missen, denn von Weihnachtsmärkten haben Finnen leider null Ahnung. Es sind – wenn man sie findet – Tagesveranstaltungen oder finden indoor statt. Dies und das schlürfen kann man nicht, da es leider um Alkohol ein Riesenhehl gemacht wird. Zwar sind die Bilder auf den deutschen Weihnachtsmärkten manchmal auch gewöhnungsbedrürftig, wenn ein Eierpunsch über den Durst getrunken wurde, aber so ein Meer von Alkohol im Freien wäre hier nicht tragbar. Vor allem ist sowas sehr streng kontrolliert. Irgendwas fehlt, es liegt nicht an dem Alkohol, sondern allesamt an der Weihnachtsmarktkultur, der Gemütlichkeit, bei kleinen deutschen Märkten auch an dem kleinen Verkauf (hier sind es meistens Staubsaugerbeutel und Lakritzschlangen). Ähnlich zu finden an dem wunderschönen Hansa-Weihnachtsmarkt in Tallin in Estland. Dort war ich mal vor Jahren. Aber auch in Helsinki an den Esplanaden wurden die hässlichen alten orangen Plastikzelte mit schönen Holzhäusschen ersetzt. Das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung, zumal die Esplanaden eine der architektonisch schönsten Strassen der Hauptstadt ist. Im Dezember gewöhnlich kommt die ganze, grosse Verwandschaft meines Mannes zu uns, da unser Städtchen auch sehr weihnachtsstimmungsangehaucht ist. Schön ist es traditionen zu bewahren.

Und bald geht das erste Jahr in der neuen Firma zu Ende und ich bin immer noch sehr happy. Wir hatten auch unzählige Feier und ich fühle mich gut aufgenommen. Und das heisst was 🙂

Und mein Leihkater Oliver hat wieder Winterblues und will bei uns bleiben, wogegen ich natürlich keine Einwände habe.

Ich gelobe meinen Lesern Besserung im kommenden Blogjahr – kürzer und öfter zu schreiben. Jetzt geh ich wieder meine Antibiotika einnehmen.