Küchenkauf á la Finnland

2 09 2010

Nun ist es vollbracht. Die Küche steht und sieht im Original wie das 3D Bild, das an sich gut geplannt wurde. Ich mag keine Bananenkisten um mich mehr haben, ist aber notwendig, da sie viel „leichter“ ist und weniger Stauraum hat, als die frühere. Ein guter Grund um auszumisten. Sie gefällt mir 🙂 Hier die etwas älteren 3D Bilder:

(Endgültig ohne diese Thekenerhöhung und mit einer spacigen Dunstabzugshaube sowie einer verdeckten Spülmaschine). 

Nun die Vor- und Nachteile des Kaufs:

+ Küchenberaterin legte sich sehr ins Zeug, erfüllte jeden Wunsch, war auch sehr aufmerksam, allerdings manchmal etwas chaotisch, das in ewigen Korrekturen resultierte. Man musste selbst auf alles achten.

– andere Küchenstudios: Service mal wieder sehr „finnisch“, „geht nicht, machen wir nicht, nicht im Juli“. Wenn sie so verkaufen, dann aber gute Nacht! Haben wir dann bis auf ein paar Wettbewerber links liegen lassen. Da hab ich keinen Nerv für.

+ Lieferzeit ziemlich schnell, nach den Formalitäten, etwa 3-4 Wochen

– Fabrik sagt sehr kurzfristig Bescheid, wann nun geliefert wird, obwohl „hochqualitativ Finnisch“ sehr viele Macken, auf die der Kücheninstallateur aufmerksam machte und man sie auch selbst hier und da noch sieht, manche lässt man durchgehen (das man nie in D durchgehen lassen würde, z.B. die Art wie die Kanten der MDF Türen lackiert sind. Nachlieferung bald, Zahlung wartet on hold.

+ Da sind wir beim Thema: Vertragsinstallateur des Küchenstudios, One man show, absolute Persönlichkeit, „deutsche“ Arbeitsweise (als Finne, na ja – das hat andere Hintergründe, die ich jetzt gut nachvollziehen kann), sehr aufmerksam, achtet auf Details, saubere und gut organisierte Arbeit, guter fester Arbeitspreis, lustig drauf 🙂 Denkt mit, fragt, ob er Vorschläge machen darf, macht absolut gute Vorschläge – trifft man in Finnland äusserst selten, er arbeitet aber viel in Westeuropäischen Ausland. Ein Schatz. Und ich hatte schon Albträume, dass jegliche Leitungsausschnitte in den Schränken wieder mit der Axt gemacht werden (wie in der alten Küche) und alles schön mit sichtbaren Schrauben verziert wird (in Finnland nimmt man es nicht so zimperlich).

– Teile Nachlieferung kommt von hier und da. Das nervt und bringt alles durcheinander (Weinregal eingebaut, Stützen gerade eingetroffen, längst vergessen, dass sie dahin gehören – kann man sie noch nachträglich darein kriegen?)

+ „Fremdteile wie z.B. Einbaugeräte aus dem Elektromarkt werden mit eingebaut ohne Extraberechnung. Spitze! Das Küchenstudio hatte nicht das, was wir wollten

– Halbaufgebaute Lieferung wird nicht ins Haus geliefert, sondern nur vors Haus. Da musste man (trotz Frachtkosten) selbst zupacken. Erhöht das Risiko, etwas kaputt zu machen.

+ Obwohl alles als Finnisch-einheimisch verkauft ist, sind viele Mechanisme und Teile Deutsch. Auf uns wirkt sehr exotisch, dass der Ware ein von Hand unterschriebenes Qualitätszertifikat von Packer und Schichtleiter beiliegt. Deutsch eben.

Heute kommt der Starkstrominstallateur, nun gilt es zu lernen, mit Induktionskochfeld umgehen zu können. Wasser wird es noch lange kein geben, muss in Deutschland Armatur holen. Eingeräumt ist es halbwegs.

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Daten(un)schutz Finnland (1)

28 08 2010

Schon wieder sind fast 5000 Namen mit Sozialversicherungsnummer (DER Nummer in Finnland, mit der man dann wirklich im Lande existiert, also das A und O) auf einer öffentlichen Internetseite einer finnischen Uni gelandet. Die Sache wird nun polizeilich untersucht, wieso, wie und wie lange. Schon vermeldet: gemerkt wurde es im Juli, aber da sind alle Finnen im Urlaub, 4 Wochen, oder mehr. Bildungsstättenpersonal deutlich mehr! Also blieb da die verflixte Liste. So what?

Mein persönlicher Aufreger. Weiss nicht woran es liegt, aber beim Geldabheben gibt es desöfteren Verbindungsfehler, das Geld wird dann ab- und wieder zurückgebucht. Neulich passiert. Aber zurückerstattet wurde es nicht. Man darf also von der Bank „Luft“ abholen. Waren ja „nur“ 60 Euro. Hab nun die Bank gebeten, mit mir Kontakt aufzunehmen und den Vorgang zu überprüfen. 24 h ist vorbei, aber so schnell reagiert man nicht auf Kundenanfragen hierzulande, erstmal ist das Wochenende dran. So!

Übrigens, verstehe ich nicht, wie es sein kann, wenn die Verbindung nicht steht, dass es trotzdem abgebucht wird. Wovon? Gab’s doch keine verdammte Verbindung. Oder wurde da wieder eine Billigsoftware entwickelt mit all den Pannen. Es nervt! In Deutschland tut sich nix am Konto, wenn ein Fehler der Maschine vorliegt.





Was wäre wenn der Deutsche für eine Kiste Bier…

24 08 2010

… 20 Euro bezahlen müsste? Skandal! Neulich gelesen, böse Steuern im Anmarsch:

http://magazine.web.de/de/themen/gesundheit/ernaehrung/10903128-Wird-Alkohol-deutlich-teurer.html

Zitat: „Dänemark-Urlauber sind sich dieses Phänomens schon länger bewusst, denn die skandinavischen Länder sind Spitzenreiter bei der Steuer auf Bier, Wein etc. Wer nach Schweden, Dänemark oder ein anderes skandinavisches Land fährt, hat entweder die Wahl, seine eigenen Getränke mitzunehmen oder er muss sie vor Ort für teures Geld in speziellen Läden kaufen. Drohen uns bald ähnliche Zustände?“

Stimmt nicht ganz, normales Bier bis 4,7% bekommt man zumindest in Finnland im Supermarkt, allerdings nicht vor 9 Uhr früh. Und so teuer ist es ja auch nicht. Ein Warsteiner (leider nicht so grosse Auswahl an deutschen Biersorten) für 2,70 Euro die Flasche ist doch kein teures Geld, oder? 😀

Egal wieviele Unterstützer sich finden: teurer Preis hilft nicht ! Ist die Trinkkultur irgendwie nicht ganz so toll, bleibt sie so. Mit allen Mitteln. Es ist meistens eh die Minderheit, die einer Nation den Ruf ruiniert.

Zitat: „eine Anhebung der Steuer von aktuell 9 Cent auf die Höchstgrenze von 1 Euro pro Liter Bier sei denkbar. Ein Kasten Bier würde nach dieser Rechnung dann etwa 20 Euro kosten.“

1 Euro pro Liter? Das ist billiger als Mineralwasser hier!  Und wenn ein Finne so ein Bild im Werbeblatt findet:

Bild: Robin Hood Broschüre

Ne Kiste Bier für 19,96 Euro! Toll, wow, juhu… heisst es:

– das Bier ist von einer nicht so einen guten Sorte

– das Reinheitsgebot wird irgendwie mit deutscher Pingeligkeit assoziert: je mehr Chemie drin, desto besser

– die 24 Flaschenkiste ist nicht á 0,5 l wie in Deutschland, sondern á 0,33 l! Eine 24-Stck. Kiste mit 0,5 l hätte dann noch „im Angebot“ 30 Euro gekostet. 24 Flaschen Warsteiner 65 Euro 😀 Und importiertes Bier ist nicht immer teurer als Einheimisches (im normalen Verkauf)

– Diese 20 Euro für die Kiste Bier ist besonders billig, zeitlich eingeschränkt und oft noch mit dem Vermerk „nur 2 Kisten pro Haushalt“ versehen. Einen Stempel auf die Stirn, ob man schon ein mal sie geholt hat, bekommt man nicht.

– Es ist ausverkauft.

In diesem Sinne: Prost!





Restaurantcheck: Sommerrestaurant Savu in Helsinki

21 08 2010

Auf der zentralgelegenen Insel Tervasaari (Holzteerinsel) befindet sich ein Restaurant namens Savu (Rauch) einer exklusiven Kette. Nicht in irgendwelchen S-Ryhmä Vereinigung (ähnliches „Glasmenschsystem“ wie Payback & Konsorten), Gott sei dank. Wir haben dort Anfang dieser Woche zur Feier des Tages gespeist. Das Restaurant preist die geräucherten Spezialitäten, etwas Seemannsflair und die von Finnen geliebten Holzteerspezialitäten. Wir haben einstimmig entschieden: Pilzsuppe als Vorspeise und Räucherplatte für zwei als Hauptspeise soll es sein. Da die meisten die Terasse bei dem schönen Wetter besiedelt haben, blieben wir drin, in einer urigen Stube.

Das Interieur

Die Terasse war leider wieder charmlos finnisch, Plastikzelt, ungepflegte Tische (Biergartenkultur und Eiscafes sind hier ein Fremdwort 😦 ), dazu ein kaum erwähnenswerter Ausblick. Die Bedienung war für finnische Verhältnisse sehr aufmerksam, trug eine Art Tracht, erklärte uns sogar alle Spezialitäten (hat man selten, dass man sogar Antworten auf Fragen bekommt). Als Extra gab es zur Anfang finnische Roggenknäcke mit Kaviarbutter. Das Fleisch war sehr lecker, allerdings viel zu viel davon… danach hab ich mir ene mehrwöchige Verweigerung der Fleischaufnahme auferlegt, denn dabei waren: Spiesse, Ribbchen, Wildwurst, Hähnchen. Dazu Krautsalat, gebratene Kartoffeln, marinierte Kirschtomaten und Silberzwiebeln, Sösschen (z.B. Räucherajoli, Cranberry Ketchup, hausgemachter Senf). Die Suppe zur Vorspeise war lecker, aber wir kennen wir einen besseren Ort für Pilzsuppe!). Für Nachtisch blieb kein Platz mehr. Es gab auch keine Sonderkaffees wie Espresso, nur normalen Filterkaffee. Schade.

Das Häppchen davor

Die Hauptspeise für 2.

Wenn man um die Insel spazieren gehen, kann man die Skyline von Helsinki, die orthodoxe Uspensky Kathedrale sehen, den Hafen und viel mehr, das Restaurant selbst bietet aber nicht viel Ausblick.

Der Blick auf Helsinki

Die Preisspanne: ziemlich normal für Helsinki, Vorspeisen bis 10 Euro, Hauptspeise um die 25 Euro pro Person, Weinglas (16 cl) 8-9 Euro. Ein gelungener lauer Sommerabend.

Was nicht besonders gut ankam: neulich gab es in Finnland Herabsetzung von MWSt in Restaurant. Die ganze Karte demonstrierte den Preisnachlass mit durchgestrichenen und neu berechneten Preisen. Viele Restaurants haben nämlich „vergessen“ den Vorteil an den Kunden weiter zu geben. Nun ja, es wimmelte dort von Touristen, da macht man sich schon Gedanken bei so’nem „reduziertem“ Fisch. Dass es mit der Mehrwertsteuer zu tun hat, weiss doch keiner ausserhalb des Landes.

Fazit: nicht genug „geräucherte“ Speisen für den Namen, aber auf jeden Fall besonders und stimmungsvoll. Empfehlenswert. Auch ausserhalb der Urlaubssaison ist Savu geöffnet, allerdings nur abends und ausser So-Mo.

Infos auf http://www.asrestaurants.com/EN/restaurants/savu/presentation.html





Gestern in Helsinki: U2 360 Tour

21 08 2010

Irgendwie waren wir total geknickt, als wir im Vorverkauf einige Monate zuvor nur noch irgendwelche scheussliche 30 Euro Tickets für das U2 Konzert bekommen haben… doch dann gehört, bei 360 gibt es keine schlechten Plätze. Und ob‘ sstimmt! Ich hab wohl noch nie im Konzert die Band klarer und näher gesehen, als für die 30 Kröten jetzt (jetzt die Red Zone für 250 Euro (für den guten Zweck, lt. Presse) hätt mich schon gereizt, mmmmh! Wir waren in dem schräg gelegenen Bereich hinter dem „Spaceship“ und Bono lief sooooo oft vorbei. Auch dann als es (leider) zu Ende war, war der Ausgang für die Band ganz nah bei uns und sie kamen noch in unsere Richtung, verabschiedeten sich, hach!

Der Sound -Spitze! Jahre und Jahre sind es her und es ist immer noch ein Erlebnis. Unverkennbarer Sound. Das zweite Konzert heute ist wohl regnerisch, und wir hatten Kaiserswetter, Sonnenuntergang knapp vor 21:30 Uhr (noch!) und leider einige technische Probleme mit dem Bildschirm, die aber behoben wurden.

Bono war ganz schön schmeichelhaft für die Finnen (und das mögen sie!) : schätzte die Nation, „die als einzige nordische Nation Irland nie überfallen hat“.

http://www.youtube.com/watch?v=nEwvnSDlMjo

Nun ja, sie treten wohl weder in Schweden noch in Norwegen auf. In Dänemark (oh, hatten ja schon), da mussten sie sich was anderes einfallen lassen.

Jedenfalls, meine gestrige Gänsehaut ist immer noch dran 😀

Nach dem Konzert haben wir wieder die mehrfach ausgezeichnete Helsinki Infrastruktur (Transport) zu spüren bekommen: Metro macht dicht um 23:30, im Vorort geparktes Auto ganz umständlich zu erreichen, Wartezeit auf den nächsten Langstreckenbus bis 1:15, um 2 Uhr am Auto angelangt, um knapp vor drei zuhause gewesen. Aber schön war’s!





Zuviel Gleichberechtigung ist nicht so gut.

20 08 2010

Heute wartete ich daheim auf Küchengerätelieferung (die Küche kommt dann nächste Woche). Mir graute es davor, da ich neulich einige „Servicewüste Finnland“ Berichte zu diesem Thema gelesen habe. Dazu noch: die Küche wird geliefert, aber nur vors Haus, reintragen soll man selber. Macht das Sinn? Beschädigungsgefahr, und vor allem wer – am Arbeitstag? Heute konnte ich nur alleine auf die Lieferung warten, also wenn der Elektromarktauslieferer jetzt möchte, dass ich mit anpacke, dann Feierabend. Aber nein – superverpackt, junger Finne schwang die Geräte, die ich teilweise noch nicht mal verschieben konnte, direkt in die Küche, nix angeeckt, ratzfatz fertig. Wie sieht deren Wirbelsäule in 10-15 Jahren aus? 😦 Erstaunlich auch, dass Einbauherd- und Spülmaschine von Bosch BEIDE NOCH Made in Germany sind (und so schick)! Darauf hab ich nicht gehofft. Gorenje Dunstabzugshaube (auch schicke!) polnisch… LG Induktionsherd koranisch.

Morgens aber tanzte noch ein Frachtunternehmen ohne Vorwarnung an – da war unsere Massivholzarbeitsplatte und nur eine Lieferwagenfahrerin. Da mithelfen? Ich find’s, dass Frauen, sofern sie sich nicht an irgendwelchen Bodybuilderwettbewerben beteiligen, nicht solche Arbeiten ausführen müssen/sollen. Zumindest nicht als Kunde/Kundin.

Aber sowas wie bei schweren Gegenständen anpacken ob auf der Post, im Zug oder sonstwo, kennen die finnischen „Gentlemen“ gar nicht! Erst neulich sagte’s mir eine Kollegin, deren junge Töchter in Paris von so einer Geste völlig von den Socken waren. Das find ich in Deutschland immer so sympatisch und hab’s schon fast verlernt. Nur: wird mir geholfen, weil ich noch (einigermassen 😉 ) zu der knackigen Sorte gehöre, oder wird mir geholfen, weil ich schon so ein(e) alt(e) Knacker(in) bin 😀





Wampenshow

18 08 2010

Skandal!! 😀

Auf  einem der finnischen Festivals performte die Gruppe PMMP (find ich schecklich!) mit einem no name trio (Pimppipumppu sagt mir jedenfalls nichts, ausser dass es schlimmer als um-die-Eck Karaoke ist – vielleicht war nur der Pegel höher… in der Ostsee… oder so, keine Ahnung…).

http://www.youtube.com/watch?v=lkBp6SvtcDw

Keine Ahnung ob sie die Bühne gestürmt haben, ob es abgesprochen war oder mussten sie sich fremdschämen  –  auf jeden Fall trällern sie, hüpfen wie vom wilden Esel gebissen und reissen sich irgendwann die Oberteile vom Leib. Was dann kommt ist irgendwie nicht angenehm anzuschauen… Was bleibt ist ein komisches Schürzchen, wohl um die Wampen zu kaschieren (Wampen sind hier sehr gängig, blieb auch nicht davon verschont 😦 ). Irgendwie ästhetisch is’es net.